Waldbrandübung Rote Buche 2026 am Buchberg
Am 18. April 2026 fand die Waldbrandübung Rote Buche 2026 am Buchberg bei Kemnath statt. Das Szenario sah einen Großbrand nahe des Rotbühlsenders vor. Mehr als 200 Einsatzkräfte aus Feuerwehr, THW, Bergwacht, Wasserwacht, Bayerischem Roten Kreuz, Polizei und Luftbeobachtung übten diesen Ernstfall gemeinsam. Zudem standen zwei Polizeihubschrauber vom Typ Airbus H145 im Mittelpunkt. Die Übung machte deutlich, welche Rolle Luftunterstützung, Bodenkräfte und Führungsstrukturen bei einer großflächigen Waldbrandlage spielten.
Aufbau der Übung und Führungsstruktur
Bereits am Morgen zeigte sich der Umfang der Lage. Die Örtliche Einsatzleitung des Landkreises Amberg-Sulzbach bezog am Wanderparkplatz am Rotbühl Stellung. Von dort aus wurden die einzelnen Einsatzabschnitte geführt und abgestimmt. Gleichzeitig liefen erste Erkundungen aus der Luft sowie mit einer Drohne des Landkreises an. Die Bevölkerung war im Vorfeld über die Maßnahme informiert worden. Dadurch konnten die Abläufe im Gelände ohne unnötige Irritationen durchgeführt werden. Die Übung dauerte knapp vier Stunden und verlief in mehreren aufeinander abgestimmten Abschnitten.Hubschraubereinsatz bei der Waldbrandübung Rote Buche
Im Zentrum stand der Einsatz zweier Airbus H145. Aus Bayern kam der Polizeihubschrauber Edelweiß 7 mit dem Kennzeichen D-HPBG aus Roth bei Nürnberg. Aus Sachsen nahm Passat 4 mit dem Kennzeichen D-HSNF teil. Beide Luftfahrzeuge wurden in verschiedene Szenarien eingebunden und unterstützten sowohl den Löschangriff als auch Transportaufgaben.
Die Hubschrauber flogen im Pendelverkehr zum Otterweiher, nahmen dort Wasser auf und warfen es über dem angenommenen Brandgebiet ab. Dabei zeigte sich, wie wertvoll diese Fähigkeit an schwer zugänglichen Einsatzstellen war. Gleichzeitig wurde trainiert, wie präzise Luftfahrzeuge mit den Kräften am Boden zusammenarbeiten mussten.
Für die taktische Abwurfkoordination kamen TAK zum Einsatz. TAK steht für Taktische Abwurfkoordinatoren. Sie sicherten den Zielraum für die Bodenkräfte und koordinierten die Wasserabwürfe. Dadurch konnten die Abwürfe gezielt und sicher durchgeführt werden.
Flughelfergruppen und Lastentransport
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Arbeit der Flughelfergruppen aus Amberg, Bayreuth und Lkr. Cham. In Sitzambuch bei Schnaittenbach organisierte die Flughelfergruppe aus Amberg die erste praktische Gemeinschaftsübung des Jahres 2026. Ziel war die standortübergreifende Zusammenarbeit sowie die weitere Optimierung der Abläufe mit den Polizeihubschrauberstaffeln.
Die Kräfte aus dem Landkreis Cham übernahmen am Landeplatz den Lastentransport. Dabei standen die sichere Aufnahme, die Vorbereitung und das korrekte Anschlagen der Transportlasten im Vordergrund. In mehreren Rotationen wurden verschiedene Einsatzmittel ins Übungsgebiet verflogen. Außerdem trainierten die Besatzungen den Einsatz unterschiedlicher Seillängen, was zusätzliche Präzision erforderte.
Die Flughelfer aus Amberg konzentrierten sich vor allem auf die Wasseraufnahme. Die Kräfte aus Bayreuth arbeiteten im Einsatzabschnitt Mertenberg und nahmen die transportierten Lasten vom Tal-Landeplatz entgegen. Gleichzeitig stellten Einsatzkräfte aus Cham und Amberg gemeinsam die taktische Abwurfkoordination sicher.
Bodenkräfte, Versorgung und weitere Einsatzabschnitte
Parallel zum Flugbetrieb liefen mehrere Übungsabschnitte am Boden. Lange Schlauchleitungen wurden aufgebaut, Verkehrswege wurden gesichert und zusätzliche Einsatzlagen wurden abgearbeitet. Zudem übten die Beteiligten die Versorgung eines verletzten Feuerwehrmannes im unwegsamen Gelände.
Gerade dieser Teil zeigte den Wert eines abgestimmten Vorgehens. Bergwacht, Rotes Kreuz, Wasserwacht, THW, Polizei und zahlreiche Feuerwehren arbeiteten eng zusammen. Dadurch entstand ein realistisches Bild einer Waldbrandlage, wie sie auch in der Region jederzeit möglich gewesen wäre.
Technische Unterstützung und kurze Standzeiten
Um die Standzeiten der Hubschrauber am Boden möglichst gering zu halten, wurde der Betankungsanhänger der Bergwacht Arnbruck eingesetzt. Dadurch entfielen zusätzliche Flüge zum Flugplatz in Weiden. Die Maschinen konnten deshalb schon nach rund zehn Minuten wieder starten. Dieser Punkt war technisch unspektakulär, für den Einsatzwert jedoch besonders wichtig. Gerade bei dynamischen Waldbrandlagen entscheidet die verfügbare Flugzeit über den Nutzen der Luftkomponente. Daher war die Vor-Ort-Betankung ein wesentlicher Baustein der Übung. Sie entlastete die Besatzungen und erhöhte gleichzeitig die Schlagkraft im Einsatzraum.Hintergrund zur H145 im Polizeidienst
Die Airbus H145 ist ein leichter Mehrzweckhubschrauber. Er wird unter anderem für Polizeieinsätze, Rettungsaufgaben und Transportflüge genutzt. Das Muster eignet sich wegen seiner Wendigkeit, modernen Avionik und hohen Vielseitigkeit besonders für komplexe Lagen. Bei Rote Buche 2026 zeigte sich, dass die H145 auch im Zusammenspiel mit Flughelfern und Bodeneinheiten eine tragende Rolle einnahm.
Fazit der Übung
Die Übung Rote Buche 2026 verlief erfolgreich und lieferte einen hohen praktischen Nutzen. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Flughelfergruppen, Polizeihubschrauberstaffeln und Bodeneinheiten konnte intensiv geprobt werden. Zudem wurden Führungsabläufe, Wasserabwürfe, Lastentransporte unter realistischen Bedingungen trainiert.
Für die beteiligten Kräfte war die Waldbrandübung am Buchberg damit ein wichtiger Meilenstein im Jahr 2026. Sie vertiefte die standortübergreifende Zusammenarbeit und zeigte zugleich, wie entscheidend eingespielte Abläufe bei großflächigen Schadenslagen waren.





