Tag der Bundeswehr 2025 in Bückeburg – 70.000 Besucher zwischen Tiger, Eurofighter und Leopard

Tag der Bundeswehr 2025 in Bückeburg mit 70.000 Besuchern, Ausstellung des Kommando Spezialkräfte, A400M als Besuchermagnet und Gefechtsdarstellung des Fallschirmjägerregiments 31.

Nach dem Spotterday am 27. Juni 2025 folgte am 28. Juni der öffentliche Tag der Bundeswehr 2025 in Bückeburg. Ich war früh vor Ort. Gegen 08.30 Uhr erreichte ich mit dem Fahrrad das Haupttor der Schäfer-Kaserne. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Ausstellungsflächen noch ruhig. Für eine fotografische Dokumentation ist dieses Zeitfenster entscheidend.

Die komplette fotografische Dokumentation ist am Ende des Beitrags als Bildergalerie hinterlegt.

Struktur vor Beginn

Bereits mehrere hundert Meter vor dem Fliegerhorst regelten Betonsperren in Schikanenform die Zufahrt. Die Straße war ausschließlich für Shuttle-Busse freigegeben. Fallschirmjäger sicherten den Bereich. Hinter den Sperren befanden sich provisorische Haltepunkte. Im Umfeld galt Parkverbot. Die Verkehrsführung war klar definiert und wirkte gut vorbereitet.

Am Tor übernahmen Feldjäger die Einlasskontrolle. Gepäckscanner ergänzten die Maßnahmen. Der Zugang verlief ruhig und strukturiert.

Noch vor dem großen Besucherandrang waren die statischen Displays zugänglich. Ein Transportflugzeug Airbus A400M der Luftwaffe dominierte die Fläche. Später sollte sich zeigen, dass es zum größten Besuchermagneten des Tages wurde.

Besucher betreten den geöffneten Frachtraum einer Airbus A400M der Luftwaffe mit der Kennung 54+16 beim statischen Display.
Transportflugzeug Airbus A400M im statischen Display

Kommando Spezialkräfte

Bevor das Flugprogramm begann, führte mein Weg zur Ausstellung des Kommando Spezialkräfte. Der Zugang zur Halle war deutlich gekennzeichnet. Neben dem Eingang war das Wappen der Einheit angebracht, gleichzeitig wies ein sichtbarer Hinweis auf das bestehende Film- und Fotografierverbot hin. Ein vermummter Soldat mit Sonnenbrille überwachte den Zugang. Wie an diesem Tag üblich, traten alle Angehörigen der Einheit aus Gründen des Eigenschutzes und der Anonymität maskiert auf.

Es ist nicht alltäglich, dieser Einheit so nahe zu kommen. Die Präsentation blieb jedoch klar geregelt und kontrolliert. Im Außenbereich stand ein Serval-Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug in offener Bauweise. Das hochmobile Einsatzfahrzeug ist für anspruchsvolle klimatische und geografische Bedingungen ausgelegt und ermöglicht spezialisierten Kräften ein schnelles Verlegen und Wirken im Einsatzraum.

Daneben war ein Airbus H145M LUH SOF (Light Utility Helicopter Special Operations Forces) Mehrzweckhubschrauber in Konfiguration des KSK positioniert. An einer Türlafette war eine MG6 M134 Minigun montiert. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich außen ein Abseilseil für Fast-Roping– und Repelling-Verfahren. Diese Konfiguration verdeutlichte, dass die Maschine sowohl zur schnellen Verbringung als auch zur unmittelbaren Feuerunterstützung eingesetzt werden kann.

Die Ausstellung vermittelte damit keinen inszenierten Eindruck, sondern einen sachlichen Einblick in Ausrüstung und Einsatzprinzipien der Spezialkräfte.

Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug Serval der Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr in Sandfarben-Tarnlackierung, voll ausgerüstet und bewaffnet.
Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug Serval des Kommando Spezialkräfte
Gesamtansicht eines Airbus H145M LUH SOF der Kommando Spezialkräfte (KSK) von vorne links, mit geöffneten Seitentüren und montierter MG6 M134 Minigun.
Airbus H145M LUH SOF der Kommando Spezialkräfte in Einsatzkonfiguration am Boden.

Gefechtsbild – Einnahme eines Flugplatzes

Das Gefechtsbild bildete den inhaltlichen Schwerpunkt der Vorführung. Dargestellt wurde die luftgestützte Einnahme eines Flugplatzes durch Kräfte des Heeres. Beteiligt waren NH-90-Mehrzweckhubschrauber, Transporthubschrauber CH-53 sowie Kampfhubschrauber Tiger. Ein Flugplatz gilt militärisch als entscheidender Schlüsselraum, da er als Basis für weitere Operationen dient.

Die Darstellung übernahmen Fallschirmjäger des Fallschirmjägerregiments 31, Soldaten der 3. Kompanie. Dabei handelte es sich um Kräfte mit Erweiterter Grundbefähigung, kurz EGB. Diese Soldaten zählen zu den spezialisierten Kräften des Heeres. Sie sind für offensive, gezielte Operationen besonders ausgebildet, ausgerüstet und organisiert.

Anflug und erste Sicherung

Zwei NH-90 Hubschrauber setzten die ersten Kräfte in der vorgesehenen Landezone ab. Teilweise landeten die Maschinen, teilweise erfolgte das Absetzen per Fast-Rope-Verfahren. Unmittelbar danach bauten die Fallschirmjäger eine Nahsicherung auf. Der Bereich wurde gehalten, bis sich die Hubschrauber wieder entfernten.

Nach kurzer Sammlung bewegten sich die Trupps in Richtung der simulierten Zielobjekte.

Fallschirmjäger verlassen einen NH90-Transporthubschrauber und erwidern unter Feindfeuer das Feuer auf dem Flugfeld.
Fallschirmjäger verlassen einen NH-90-Transporthubschrauber und werden angegriffen
Fallschirmjäger der Bundeswehr sichern ein simuliertes Flugplatzgebäude und zielen mit Sturmgewehren durch Fensteröffnungen während einer Vorführung.
Einnahme von Flugplatzgebäuden durch Fallschirmjäger

Angriff auf Gebäude und Infrastruktur

Als Ziele dienten ein Tower, mehrere Gebäude sowie Bereiche der Start- und Landebahn. Dichter gelber Nebel markierte Gefechtsabschnitte. Die Soldaten gingen unter gegenseitiger Sicherung vor und demonstrierten Elemente des Häuserkampfes.

Währenddessen kreisten zwei Tiger sowie weitere NH-90 Hubschrauber über dem Gelände. Sie stellten die luftgestützte Absicherung dar.

Eine Sikorsky CH-53 brachte ein leichtes luftlandefähiges Utility Terrain Vehicle (LL UTV) in den Einsatzraum. Dadurch erhöhte sich die Beweglichkeit der eingesetzten Kräfte.

Ein weiterer NH-90 Hubschrauber ging über dem simulierten Tower in den Schwebeflug. Zwei Scharfschützen wurden per Fast-Rope-Verfahren auf das Dach abgesetzt. Der starke Downwash der Rotorblätter war deutlich sichtbar. Von ihrer erhöhten Position aus konnten sie das Gelände überblicken und Bedrohungen frühzeitig erfassen.

Zwei Fallschirmjäger des Fallschirmjägerregiments 31 werden per Fast-Rope aus einem NH90 auf einen simulierten Tower abgesetzt.
Zwei Fallschirmjäger seilen sich per Fast-Rope aus einem NH-90 hubschrauber auf einen simulierten Tower ab
Fallschirmjäger der 3. Kompanie des Fallschirmjägerregiment 31 führen während der Vorführung „Gefechtsbild“ eine festgesetzte Person unter Sicherung über das Flugfeld ab.
Fallschirmjäger des Fallschirmjägerregiment 31 führen eine festgesetzte Person ab.

Stabilisierung des Raumes

Fallschirmjägerdiensthunde des Diensthundezuges der 1. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 stellten flüchtende Zielpersonen. Auftretende Bedrohungen wurden in der Darstellung durch Kampfhubschrauber Tiger in Zusammenarbeit mit einem Joint Terminal Attack Controller bekämpft.

Eine A400M der Luftwaffe steht mit laufenden Turbinen und geöffneter Heckrampe auf dem Rollfeld. Im Hintergrund formieren sich Kampfhubschrauber Tiger, NH90 und eine CH-53G für den Abschlussvorbeiflug.
Ein Transportflugzeug A400M der Luftwaffe ist auf dem zuvor gesicherten Flugplatz gelandet, um weiteres Material im Rahmen der Vorführung zu liefern.

Displayflüge und Dynamische Vorbeiflüge

Neben dem Gefechtsbild prägten die Flugvorführungen den Tag. Ein Kampfhubschrauber Tiger des Kampfhubschrauberregiments 36 „Kurhessen“, ein Mehrzweckhubschrauber NH-90 des Displayteams „Heideflieger“ aus Faßberg, ein Transporthubschrauber Sikorsky CH-53 und ein Schulungshubschrauber EC 135 demonstrierten ihre Manövrierfähigkeit, Präzision und Leistungsfähigkeit.

Besonders stark wahrgenommen wurden die Vorbeiflüge Kampfjets der Bundeswehr. Ein Mehrzweckkampfflugzeug Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ flog über den Heeresflugplatz. Darauf folgten zwei PA-200 Tornado IDS des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 aus Büchel. Die Flugprofile waren klar geplant und wurden entlang der Absperrungen aufmerksam verfolgt.

Ein Höhepunkt war die Formation von drei Airbus A400M des Lufttransportgeschwader 62 aus Wunstorf. Die Transportflugzeuge erschienen zweimal in enger Staffelung über dem Flugplatz. Die Dimensionen der Maschinen wurden in dieser Konstellation besonders deutlich. Für viele Besucher war dieser Moment einer der eindrucksvollsten des Tages.

Zwei Airbus A400M der Luftwaffe im Formationsüberflug, während sie sich im Rahmen der Vorführung nach links und rechts von der mittleren Maschine abdrehen.
Aufgelöste Dreierformation beim A400M-Formationsüberflug

Statische Bereiche und Besucherandrang

Im statischen Bereich entwickelte sich insbesondere die A400M mit der Kennung 54+16 zum Publikumsmagneten. Zeitweise reichte die Warteschlange über rund 100 Meter. Auch die Landsysteme – darunter Schützenpanzer Puma, Kampfpanzer Leopard 2, Waffenträger Wiesel 1 MELLS, Spähwagen Fennek, Schwerlasttransporter Elefant u.v.m. – waren durchgehend stark frequentiert.

Insgesamt besuchten rund 70.000 Menschen die Veranstaltung. Familien mit Kindern, technisch interessierte Besucher und Fotografen verfolgten das Programm bei stabilem Wetter.

Eurofighter 30+97 des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ während eines Vorbeiflugs mit ausgefahrenem Fahrwerk bei einer simulierten Landung.
Überflug, Platzrunde und simulierte Landung eines Eurofighters beim Tag der Bundeswehr

Militärisch getaktetes Gesamtkonzept

Am späten Nachmittag verlagerte sich der Andrang zu den Shuttle-Haltestellen außerhalb des militärischen Bereichs. Dort bildeten sich zeitweise längere Warteschlangen. Dennoch blieb der Eindruck eines sehr gut strukturierten Ablaufs bestehen.

Der Tag der Bundeswehr 2025 in Bückeburg vermittelte nicht nur militärische Fähigkeiten. Er zeigte ein durchorganisiertes Gesamtkonzept. Verkehrsführung, Sicherheitsmaßnahmen, Programmabfolge und Abschlussformation wirkten aufeinander abgestimmt. Von der ersten Kontrolle vor dem Tor bis zur finalen Landung der Luftfahrzeuge entstand der Eindruck, dass wenig dem Zufall überlassen wurde, sondern Abläufe klar getaktet geplant und umgesetzt waren.

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