Eurofighter EK – Die Zukunft der Luftwaffe im Elektronischen Kampf
Der Eurofighter übernimmt in den kommenden Jahren eine neue Rolle: Als Nachfolger des Tornado ECR soll er ab 2026 die Aufgaben im Bereich des elektronischen Kampfs übernehmen. Damit reagiert die Bundeswehr auf das Ende der Tornado-Nutzungsdauer und auf neue Bedrohungen durch moderne Luftabwehrsysteme.
Warum ein Nachfolger nötig ist
Der Tornado ECR war jahrzehntelang das Spezialflugzeug der Bundeswehr zur Unterdrückung feindlicher Luftabwehrsysteme. Diese sogenannte SEAD-Rolle (Suppression of Enemy Air Defenses) ist nach wie vor zentral für Luftoperationen. Doch der Tornado ist technisch überholt, teuer im Unterhalt und zunehmend wartungsanfällig.
Der neue Eurofighter EK
Ab 2024 werden 15 Eurofighter durch Airbus Defence and Space in Manching zu EK-Versionen (Elektronischer Kampf) umgebaut. Das Ziel ist eine einsatzfähige Plattform für die elektronische Gefechtsführung mit modernster Sensorik und Software.
Auftrag für Saab – Arexis-System offiziell beauftragt
Am 19. März 2024 gab Saab bekannt, dass das Unternehmen den offiziellen Auftrag zur Lieferung der Arexis-Sensorlösung für 15 deutsche Eurofighter erhalten hat. Der Vertrag wurde mit Airbus Defence and Space unterzeichnet. Er umfasst die Entwicklung und Integration der Systeme für den Elektronischen Kampf – unter anderem Radarwarner, Störsender und die notwendige Infrastruktur.
Die Arbeiten werden in Deutschland, Schweden und Finnland durchgeführt. Die erste Lieferung an Airbus begann bereits im Mai 2025. Die Entwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen KI-Unternehmen Helsing, das die Softwareplattform für die Echtzeit-Bedrohungsanalyse bereitstellt.
„Die Auswahl von Saab für dieses hochspezialisierte Programm zeigt das Vertrauen der deutschen Luftwaffe in unsere Technologien. Arexis ist für die neuen Bedrohungslagen ausgelegt – schnell, flexibel und KI-gestützt.“
– Saab, Pressemitteilung vom 19.03.2024
Helsing – Künstliche Intelligenz made in Germany
Die deutsche Firma Helsing liefert die künstliche Intelligenz hinter dem Arexis-System. Helsing analysiert mit KI-Algorithmen die Bedrohungslage in Echtzeit und unterstützt das System bei der Priorisierung und Reaktion auf gegnerische Emissionen. Die Kombination aus Saab-Hardware und Helsing-Software gilt als besonders zukunftsfähig.
Neue Bewaffnung: AGM-88E AARGM-Raketen
Zusätzlich wird der Eurofighter EK mit der modernen Anti-Radar-Rakete AGM-88E AARGM ausgerüstet. Diese bietet eine deutlich präzisere Zielerfassung und größere Reichweite als die bisherigen HARM-Systeme im Tornado.
Es handelt sich um die Version AGM-88E (nicht AARGM-ER / E2), die bereits im Einsatz ist. Die Rakete kombiniert GPS-Navigation, passiven Radarsucher und aktives Millimeterwellen-Radar und bleibt auch dann auf Zielkurs, wenn das gegnerische Radar abgeschaltet wird.
Hersteller der Rakete ist das US-Rüstungsunternehmen Northrop Grumman . Weitere Informationen zur Beschaffung finden sich im Beitrag der Luftwaffe: Anti-Radar-Lenkflugkörper für Deutschland (bundeswehr.de) .
Zeitplan
- März 2024 – Saab erhält Arexis-Auftrag
- Mai 2025 – Erste Auslieferungen von Arexis an Airbus beginnen
- Ab 2026 – Erste umgerüstete Eurofighter EK flugbereit
- Bis 2030 – NATO-Zertifizierung und volle Einsatzfähigkeit
Vorteile des Eurofighter EK
- Moderne Nachrüstung statt kompletter Neubeschaffung
- Zusammenarbeit europäischer Unternehmen: Airbus, Saab und Helsing
- Modularer Aufbau – auf zukünftige Bedrohungen anpassbar
- Parallele Nutzung als Mehrzweckkampfflugzeug bleibt erhalten
Ausblick
Der Eurofighter EK wird mittelfristig eine zentrale Rolle in der elektronischen Kampfführung der Bundeswehr spielen. Langfristig soll ab etwa 2040 das Future Combat Air System (FCAS) die Nachfolge antreten. Bis dahin bleibt der Eurofighter in seiner neuen Konfiguration ein technologisches Rückgrat der Luftwaffe.





