Saber Junction 23 Einladung ins JMRC Hohenfels

Auf Einladung des 7th ATC dokumentierte ich am 14.09.2023 im JMRC Hohenfels ausgewählte Abschnitte von Saber Junction 23, darunter Feldlazarett, M777A2 Feuerstellung, Aufklärungsposten und MILES Ausrüstung.

Einladung zur Übung Saber Junction 23 im JMRC

Auf Einladung des 7th Army Training Command (7th ATC) erhielt ich am 14.09.2023 die Möglichkeit, im Joint Multinational Readiness Center (JMRC) in Hohenfels ausgewählte Übungsabschnitte von Saber Junction 23 zu dokumentieren. Dabei standen Abläufe am Boden, Fahrzeuge und Gefechtssimulation im Fokus, zudem ergaben sich Einblicke in multinationale Kräfte und deren Verfahren. Der Treffpunkt lag am Gate 5. Nach Identitätsprüfung und Fahrzeugkontrolle stellte ich das Auto ab. Anschließend gab Major Ambelang eine Einweisung, außerdem erläuterte er die Stationen und den Zeitplan. Danach verteilte das Team die Medienvertreter auf bereitgestellte Fahrzeuge, anschließend fuhren wir in den Übungsraum nahe der fiktiven Ortschaft Kittensee.

Die komplette fotografische Dokumentation ist am Ende des Beitrags als Bildergalerie hinterlegt.

Stationen im Übungsraum

Feldlazarett der Armenischen Armee

Die erste Station zeigte ein Feldlazarett, das Kräfte der Armenischen Armee betrieben. Das Personal stellte die Aufnahme von Verwundeten dar. Dabei erklärten sie die Triage (Priorisierung nach Dringlichkeit) sowie die Erstversorgung mit Verbänden. Außerdem demonstrierten sie Abläufe in Operationsbereichen, allerdings nur als Simulation. Anschließend beschrieben sie den Transport in rückwärtige, stationäre Lazarette.
Simulation der medizinischen Erstversorgung in einem armenischen Feldlazarett während einer Übung
Der Extraktionsfallschirm zieht die Ladung aus dem Frachtraum.

M777A2 Haubitzen in der Feuerstellung

Danach fuhren wir in Richtung Lutzmannstein. Dort bezog die Field Artillery Squadron des 2nd Cavalry Regiment mit M777A2-Haubitzen eine Feuerstellung. Light Medium Tactical Vehicles (LMTV) zogen die Geschütze in den Stellungsraum. Dabei setzten die Bedienmannschaften die Haubitzen ab und richteten sie aus. Gleichzeitig bereiteten sie die Stellung technisch vor, damit das Geschütz beim Feuern stabil blieb.

Cavalry Scouts mit M1296 Dragoon

Einige Kilometer weiter folgte eine Vorführung mit einem abgesessenen Trupp Cavalry Scouts des 2nd Cavalry Regiment. Der Trupp arbeitete mit einem M1296 Stryker Dragoon zusammen. Das Fahrzeug sicherte die Straße, während die Soldaten links und rechts im Wald absicherten. Dadurch wurde die Abstimmung zwischen Fahrzeug und abgesessenen Kräften nachvollziehbar. Unabhängig davon waren in größerer Entfernung mehrfach AH-64 Apache Kampfhubschrauber zu sehen und zu hören. Sie standen nicht im direkten Zusammenhang mit der Vorführung, dennoch prägten sie die Geräuschkulisse und deuteten auf parallele Übungsanteile hin.

Soldaten des Field Artillery Squadron an einer M777A2 155-mm-Haubitze in der Feuerstellung
Field Artillery Squadron des 2nd Cavalry Regiment während Saber Junction 23
Soldaten des 2nd Cavalry Regiment sichern aus gedeckter Stellung den Aufbau einer Straßensperre
Infanteristen des 2nd Cavalry Regiment während der Übung Saber Junction 23

Französischer Aufklärungsposten der Battle Group

Als nächste Station erreichten wir einen französischen Aufklärungsposten im Wald. Ein VBCI (Véhicule Blindé de Combat d’Infanterie, Schützenpanzer) MK1 stand verdeckt, während abgesessene Soldaten des 92. Infanterieregiments den Posten betrieben. Das Regiment bildete zusammen mit einer bulgarischen Einheit eine Combined Arms Battle Group mit der Bezeichnung WILD GEESE. Die Soldaten nutzten das Sturmgewehr Heckler & Koch 416 F, zudem lag ein FN MAG im Kaliber 7,62 mm als Unterstützungswaffe bereit.

Im Posten befand sich außerdem ein MMP (Missile Moyenne Portée, Lenkflugkörper mittlerer Reichweite) als Boden-Boden-System. Hinter dem VBCI stand ein Auverland A4, auch PVP (Petit Véhicule Protégé, leichtes geschütztes 4×4-Fahrzeug) genannt. Dabei wurde klar, wie Tarnung, Beobachtung und Sicherung zusammenwirkten. Gleichzeitig zeigte die Ausrüstung, welche Reichweiten und Wirkbereiche die Kräfte im Gelände abdecken konnten.

FN MAG Maschinengewehr mit Gurtmunition im bewaldeten Gelände während einer Übung
Allzweck-Maschinengewehr im Einsatzumfeld bei einer Übung in Hohenfels

Ingenieurfahrzeuge und MILES Ausstattung

Beim Regimental Engineer Squadron, 2d Cavalry Regiment, legten wir einen Fotohalt ein. Zu sehen war ein M1132 Stryker Engineer Squad Vehicle mit Light Weight Mine Roller, also einer leichten Minenrolle zur Räumung. Außerdem stand ein M1126 Infantry Carrier Vehicle (ICV) mit einem M200A1-Anhänger bereit. Auf dem Anhänger befand sich ein M58 MICLIC (Mine-Clearing Line Charge), eine lineare Sprengladung zur Öffnung von Gassen in Minensperren.

Da an dieser Station noch Zeit blieb, erklärte Major Ambelang die persönliche MILES-Ausstattung (Multiple Integrated Laser Engagement System, laserbasierte Treffer- und Gefechtssimulation). Dabei zeigte er Sensoren, Trageweise und die Auswertung. Dadurch ließ sich nachvollziehen, wie Saber Junction 23 Treffer simulierte und zugleich Übungssicherheit herstellte.

M1126 Stryker mit angehängtem M58 MICLIC Minenräumsystem während einer Übung in Hohenfels
Pionierfahrzeug des 2nd Cavalry Regiment im Übungsgelände Hohenfels

Technischer Bereich der OPFOR Kräfte

Zum Abschluss führte die Route in den technischen Bereich des 1-4 Infantry Regiment in der Rolle OPFOR (Opposing Forces, dargestellte Gegenseite). Dort standen verschiedene Fahrzeuge und Systeme zur Besichtigung bereit. Der Bereich diente nicht nur der Feinddarstellung, sondern auch der technischen Bereitstellung und Instandhaltung. Zu den auffälligen Plattformen gehörten ein T-72 sowie ein italienischer Kampfpanzer C1 Ariete. Zudem zeigte die Station, wie breit die materielle Basis für Ausbildung und Vergleichsdarstellung angelegt war.

Umgebaute Stryker Fahrzeuge in Feinddarstellung als BTR-87 im Fuhrpark des JMRC Hohenfels
OPFOR-Fahrzeuge im Fuhrpark des Joint Multinational Readiness Center in Hohenfels

Hintergrund zu JMRC und Saber Junction 23

Das JMRC in Hohenfels unterstützte multinationale Verbände bei der Ausbildung in komplexen Szenarien. Dabei nutzte das Zentrum große Übungsflächen, standardisierte Abläufe und eine ausgeprägte Opposing-Forces-Struktur. Saber Junction 23 verband verschiedene Truppengattungen, außerdem kombinierte die Übung Führung, Logistik und Gefechtssimulation. Dadurch konnten Einheiten Verfahren trainieren, die erst im Zusammenspiel belastbar wurden.

Eindruck und Abschluss

Nach den Stationen kehrten wir zum Parkplatz am Gate 5 zurück. Der Tag verlief facettenreich und blieb inhaltlich dicht. Gleichzeitig wirkte die Planung schlüssig, zudem lief die Verlegung zwischen den Stationen ohne Reibungsverluste. Dadurch blieb Zeit für Beobachtung und Dokumentation, außerdem ließ sich Technik im Kontext realer Abläufe einordnen.

Saber Junction

Rundes Abzeichen der US Army Europe and Africa zur Übung Saber Junction mit Stern, Schriftzug und Einheitswappen
Offizielles Logo der NATO-Übung Saber Junction

Saber Junction ist eine jährlich stattfindende Übung des 7th Army Training Command unter Führung der U.S. Army Europe and Africa. Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft von US- und alliierten Kräften bei gemeinsamen Landoperationen zu bewerten. Gleichzeitig wird die Interoperabilität mit beteiligten Partnernationen weiter vertieft. Die Übung findet überwiegend auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels statt.

2nd Cavalry Regiment

Abzeichen des 2nd Cavalry Regiment (2CR) mit Lilie und dem Motto „Toujours Prêt“
Einheitsabzeichen des US Army 2nd Cavalry Regiment

Das 2nd Cavalry Regiment (deutsch: 2. US-Kavallerieregiment) ist ein Kavallerieregiment der United States Army. Es gilt als der Verband mit der längsten ununterbrochenen Geschichte innerhalb der US Army. Sein Hauptquartier befindet sich in den Rose Barracks Vilseck in Bayern.

Das 2nd Cavalry Regiment ist als Stryker Brigade Combat Team organisiert und auf schnelle Verlegung ausgelegt. Als eigenständig einsetzbare Eingreiftruppe kann es innerhalb von 96 Stunden weltweit operieren. Zentrales Element des Regiments ist der Stryker-Radpanzer, der die Basis für alle Kampf- und Unterstützungsfahrzeuge bildet.

Eine Besonderheit stellt die interne Gliederung dar: Abweichend von den in der US Army üblichen Bezeichnungen Zug (Platoon), Kompanie (Company), Bataillon (Battalion) und Regiment verwenden Kavallerieregimenter die Stufen Platoon, Troop, Squadron (Eskadron) und Regiment.

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